Unter umgekehrten Voraussetzungen fand dieses Mal das Duell der beiden Borussias statt: Der VfL aus Mönchengladbach grüßte von Platz drei, die Borussia in schwarzgelb stand erstmals nach ewigen Zeiten wieder auf dem letzten Platz. Trotz der unbefriedigenden tabellarischen Situation hielt Optimismus Einzug, den Bock endlich auch in der Bundesliga umstoßen zu können. Da dies aber vor den letzten Heimspielen nicht anders war fuhr so trotzdem durchaus eine Portion Skepsis mit. Die Anreise nach Dortmund gestaltete sich trotz gerade erst beendeten bundesweiten Bahnstreikes sehr angenehm, die Straßen waren nicht voller als sonst, im Gegenteil man war noch früher am Stadion als gewohnt, welches man nach einem kurzen oder längeren Aufenthalt im und am Bus zweckoptimistisch ansteuerte. Dort bekam man ein Spiel geboten, welches sich entgegengesetzt zur Tabellensituation darstellte: Mutig, selbstbewusst und engagiert agierte die heimische Borussia, die Elf vom Niederrhein dagegen spielte zaghaft und umständlich. Doch wähnte man sich wieder einmal im falschen Film als man mit ansehen musste, wie die schwarzgelben Spieler reihenweise gute Chancen vergaben. So hatten nicht wenige schon das Gefühl, auf ein torloses 0:0 zuzusteuern. Bis der Weltmeister in den Reihen der Gladbacher seinem Namen nicht gerade alle Ehre machte und aus knapp fünfzig Metern den Ball ins eigene Tor bugsierte. Hohn und Spott verbieten sich an dieser Stelle aufgrund der eigenen Situation, trotzdem war diese Slapstickaktion vielleicht der große Wendepunkt der Saison, reichte er doch dadurch zum knappen 1:0-Sieg. Der Jubel im Stadion, aber auch die Stimmung auf der Rückfahrt zeigten eindeutig, dass allen gehörig Steine vom Herzen gefallen waren und man so den Sieg umso mehr genießen konnte.

 

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