Die Gründungsgeschichte der „ Tollen Truppe“ von Wolfgang Streb


Ich lernte Willi Hannappel 1979 kennen und wurde von ihm einmal angesprochen, ob ich nicht Interesse am Besuch eines Bundesligaspieles im Dortmunder Westfalenstadion hätte. Wir einigten uns schnell, gemeinsam ein Spiel gegen Bayern München zu besuchen und sahen ein 1 : 0 mit dem Torschützen Mirko Votava.

Durch die Atmosphäre angesteckt, folgten in den darauf folgenden Jahren immer häufiger Besuche bei Bundesligaspielen in Dortmund - leider nicht immer mit positivem Ausgang. Es stellte sich zunächst eigentlich nie die Frage, ob nicht auch andere Fans aus unserer heimischen Region nach Dortmund fahren möchten. So ging einige Zeit ins Land und wir berichteten in unserem Bekannten- und Kollegenkreis immer von der tollen Atmosphäre im Westfalenstadion, ohne dass dies dazu führte, dass der Kreis an Mitfahrern die Kapazität eines Autos überstieg.

Es kam die schlechte Saison 1985/86 mit den Relegationsspielen gegen Fortuna Köln. Beim 2. Relegationsspiel, das wir mit zwei Pkws anfuhren, trafen wir dann weitere Borussen-Fans aus der heimischen Region, unter ihnen Volkmar Krüger und Wilfried Schenk. Das zweite Spiel, ein unbeschreiblicher Krimi mit einem unglaublich befreienden Ausgang: Jürgen „Kobra“ Wegmann erlöste Mannschaft und Fans 15 Sekunden vor dem Schlusspfiff mit dem 3 : 1 und sorgte dafür, dass ein drittes Relegationsspiel notwendig wurde. Zu diesem dritten Spiel im Düsseldorfer Rheinstadion setzten wir dann schon drei Pkws ein und erlebten eine rauschende Nacht in schwarz und gelb. Mit sage und schreibe 8 : 0 wurde Fortuna aus dem Stadion gefegt und die Bundesliga damit erhalten.

Die kommenden Monate fanden dann immer wieder Fahrten in einem größeren Rahmen statt; immer mehr Fans aus unserer Gegend meldeten sich und wollten mit zum BVB.

Im Februar 1987 wurde dann erstmals ein Bus gechartert und die erste große Fahrt ins Westfalenstadion gegen Bayern München organisiert. Ein voller Erfolg und nun sollte es endlich klappen: Am 01. April 1987 trafen wir uns dann in der Bar von Willi Hannappel und beschlossen die Gründung eines Fanclubs. Natürlich stand zunächst im Vordergrund, wie wir uns denn nennen wollen. Nach kurzer Diskussion einigten wir uns auf den Vorschlag von Volkmar Krüger und so entstand die „ Tolle Truppe“, der sich unmittelbar im Anschluss an dieses Zusammentreffen acht weitere Fans anschlossen.

Erster Präsident des Fanclubs wurde natürlich – und hier schließt sich der Kreis – der Mann, der mit seiner damaligen Frage nach dem Interesse an einem Bundesligaspiel alles ins Rollen gebracht hatte – Willi Hannappel.

Es war schon ein illustrer Haufen, der sich da zusammengefunden hatte: Der Amtsleiter eines Amtes der Kreisverwaltung, der Banker, der Handwerker, der Masseur, weitere Mitarbeiter der Kreisverwaltung und andere. Alle unter einem Dach und alle mit einem gemeinsamen Hobby, ja einer gemeinsamen Liebe zur Dortmunder Borussia.

Der Fanclub sah von Beginn an nicht nur seine Aufgabe darin, Spiele des BVB zu besuchen, sondern auch Randgruppen unserer Gesellschaft sollten in unserem Club eine Heimat finden. So war es von Anfang auch selbstverständlich, dass unserem Club behinderte und ausländische Mitbürger angehören. Vom Kind bis hin zum Fan im hohen Alter – jeder konnte und kann zu uns gehören.

Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass der zwischenzeitlich auf 194 Mitglieder angewachsene Fanclub eine Altersstruktur von 7 bis 70 Jahren hat. Die ganze Bandbreite unserer Gesellschaft wird abgedeckt und zwar immer unter dem Motto:

Wir Fans von Borussia, ob arm oder reich
wir sind alle gleich

Da wir dies auch nach außen hin dokumentieren wollten, wurde aus dem Fanclub „ Tolle Truppe“ dann der BVB Fanclub „ Tolle Truppe“ Elz e. V. und in der Satzung dieses eingetragenen Vereins wurden diese Ziele auch als Vereinszweck klar zum Ausdruck gebracht.

So wurde aus dem kleinen Kreis Gleichgesinnter ein Verein von beachtlicher Größe.